Vernetzungstreffen „Bezahlbares Wohnen“: Angeregter Austausch zur Zukunft des gemeinnützigen Wohnbaus in Wil

Vertreter:innen der Wiler Wohnbaugenossenschaften, der Quartiervereine, des Forum 60+ und der Stadt Wil trafen sich am Vernetzungstreffen zum Erfahrungsaustausch.

Auf Einladung des Initiativkomitees „Wil will wohnen“, trafen sich am vergangenen Donnerstag Vertreter:innen der Wiler Wohnbaugenossenschaften, der Quartiervereine, des Forum 60+ und der Stadt Wil zu einem Vernetzungstreffen zur Zukunft des gemeinnützigen Wohnbaus in Wil.

Anhand aktueller Zahlen zur finanziellen Belastung durch die steigenden Mieten und zur Wohnungsknappheit in Wil verdeutlichten die Initiant:innen den dringenden Handlungsbedarf. Damit Wohnen in Wil für alle Menschen bezahlbar bleibt, fordern sie die Stadt auf, bessere Rahmenbedingungen für den gemeinnützigen Wohnbau zu schaffen.

Als dritter Weg, neben renditeorientierter Vermietung und Eigentum, bietet der gemeinnützige Wohnungsbau viele Vorteile: „Die Mieten von gemeinnützigen Wohnungen sind im Schnitt 14% günstiger – und bleiben auch langfristig günstiger, egal was der Markt macht“, erläutert Mitinitiant Lukas Tribelhorn. Zudem nutzen gemeinnützige Wohnbauträger die knappen Baulandressourcen effizienter und fördern die Gemeinschaft. Der Anteil gemeinnütziger Wohnungen in Wil soll deshalb bis im Jahr 2050 auf mindestens 10% anwachsen.

Jacques Michel Conrad, Geschäftsführer des Regionalverbandes Wohnbaugenossenschaften Ostschweiz, erläuterte in seinem Beitrag, was es braucht, um dieses Ziel zu erreichen: „Wil kann das! – doch der politische Wille muss da sein und die Stadt muss eine aktive Bodenpolitik verfolgen“. Die Abgabe von Land im Baurecht ermöglicht nicht nur den Bau von bezahlbaren Wohnungen, sondern kann sich für die Stadt sogar finanziell lohnen.

„Das grösste Potenzial liegt jedoch im Gebäudebestand und nicht in Neubauten auf der grünen Wiese“, wie JM Conrad betont. Durch den gezielten Erwerb bestehender Wohnungen können diese dauerhaft der Spekulation entzogen werden – ein sehr effizienter Ansatz, wie das Beispiel der WBG St. Gallen verdeutlicht. Dank zivilgesellschaftlichem Engagement und der eingespielten Zusammenarbeit mit der Stadt konnte diese im vergangenen Jahr über 120 Wohnungen übernehmen und so langfristig bezahlbaren Wohnraum sichern.

Zum Abschluss gewährten Doris Sutter, Präsidentin der GWG Winterthur, und Max Altherr, Präsident der Genossenschaft REM3, inspirierende Einblicke in ihre Wohnbauprojekte auf dem Regi-Areal in Eschlikon und im Osten der Stadt St. Gallen. Zwei Vorzeigeprojekte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Beiden gemein ist jedoch das Ziel vielfältigen, attraktiven und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und mit Gemeinschaftsräumen und -angeboten zu einem lebendigen Quartier beizutragen.

Angestossen durch die spannenden Beiträge entwickelten sich beim anschliessenden Apéro viele konstruktive Gespräche und intensive Diskussionen unter den Anwesenden. Der Austausch verdeutlichte das grosse Interesse an gemeinnützigem Wohnungsbau und an den vielfältigen Möglichkeiten, wie dieser gefördert werden kann.

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